Extase, 2015 – MO
 
0:00
0:00
Tier – Mensch – Roboter
0:00
0:00
Zukunftsvisionen
1 / 24
0:00
0:00
2 / 24
3 / 24
0:00
0:00
4 / 24
0:00
0:00
5 / 24
0:00
0:00
6 / 24
0:00
0:00
0:00
0:00
Die Geschichte von Natternhochzeit und andere
7 / 24
0:00
0:00
8 / 24
0:00
0:00
0:00
0:00
Stadteinwohner
9 / 24
0:00
0:00
10 / 24
0:00
0:00
0:00
0:00
Die tote Natur
11 / 24
0:00
0:00
12 / 24
0:00
0:00
13 / 24
0:00
0:00
0:00
0:00
Schlachttag
14 / 24
0:00
0:00
15 / 24
0:00
0:00
0:00
0:00
Dorfidylle
16 / 24
0:00
0:00
17 / 24
0:00
0:00
0:00
0:00
Die Einsamkeit der Gefährten
18 / 24
0:00
0:00
0:00
0:00
Gottheiten und Biester
19 / 24
0:00
0:00
20 / 24
0:00
0:00
0:00
0:00
Artenübergreifende Gemeinschaft
21 / 24
0:00
0:00
22 / 24
0:00
0:00
23 / 24
0:00
0:00
24 / 24
0:00
0:00
Vielen Dank!
Ende des Rundgangs

Bewerten Sie uns auf
Abonnieren Sie uns auf
Laisvydė Šalčiūtė
Extase, 2015

Die „Extase“ knüpft an die Geschichte der Hysterie an, die im 19. Jahrhundert als eine Frauenkrankheit bezeichnet wurde. Behandelt wurde die Krankheit unter anderem mit einem Gürtel, von dem Elektroimpulse ausgingen. Das „Wesen“ der Hysterie hat die Künstlerin aus einigen Elementen rekonstruiert: zum einen sind es Texte aus Werbespots für den Heilgürtel, zum anderen Fotografien des französischen Neurologen Jean-Martin Charcot, auf denen Patientinnen festgehalten sind, die angeblich gerade von einem Anfall heimgesucht werden.

Mehr lesen

Anstatt des Heilgürtels sieht man aber im Bild stolze gekrönte nach oben emporsteigende Schlangen. In der Bibel symbolisiert die Natter das Böse und die Versuchung, in heidnischen Religionen und der antiken Mythologie bedeutet sie Leben und Heilkraft. Das Bildsujet weist auch auf das litauische Volksmärchen über die Natternkönigin Eglė hin. In der „Extase“ wird die Natter zum Sinnbild der befreiten weiblichen Natur.

Dieses Bild ist ein Teil des Zyklus „Melodramen. Hysterie“. Im gesamten Zyklus spielen die Inschriften eine wichtige Rolle. Die Inschrift in der „Extase“ behauptet, die Gürtel-Schlange helfe gegen „schwache Nerven und Hysterie“. Daneben steht eine Paraphrase aus „Alice im Wunderland“: eine Tablette kann den Menschen vergrößern oder verkleinern. Die Bilder sind absichtlich etikettiert. Auf dem Etikett werden die Opusnummer, die Autorschaft und weitere Parameter wie der Grad der Sensibilität, der Verletzlichkeit und ähnliches angegeben. Diese angeblichen Etiketts ironisieren das Bestreben der Wissenschaft und Medizin, die Welt und die Menschen zu klassifizieren und zu erklären.

Lietuvos kultūros taryba